Sportwetten online

Wettgeschäfte staatlich und privat: Alles anders? Alles gleich?

In Deutschland gibt es ein staatliches Monopol für die meisten Sportwetten. Alte Lizenzen aus der DDR und die Möglichkeit, Wettangebote aus dem Ausland via Internet auch in Deutschland zu vermitteln, haben dieses Monopol jedoch faktisch längst aufgeweicht. Wie unterscheiden sich staatliche und private Anbieter?

Staatliche Sportwettenanbieter wie Oddset, befinden sich direkt oder indirekt in Staatsbesitz und erhalten ihre Genehmigung von den einzelnen Bundesländern. Ein Staatsvertrag gibt dabei das Reglement für das Angebot von online Sportwetten vor. Er soll unter anderem dafür sorgen, dass “Glücksspiele ordnungsgemäß und nachvollziehbar durchgeführt werden” und dass der “natürliche Spieltrieb der Bevölkerung in geordnete und überwachte Bahnen” gelenkt wird.

Die Einnahmen aus dem Sportwettengeschäft kommen teilweise dem Staat zugute, werden beispielsweise auch für die Förderung des öffentlichen Sports verwendet. 16,66 Prozent der Einnahmen, nach Information von Oddset auf deren Homepage, gehen als Lotteriesteuer in staatliche Kassen und dienen damit dem Allgemeinwohl. Ein Anteil von 15 bis 20 Prozent dient als Konzessionsabgabe der Förderung gemeinnütziger Projekte.

Private Anbieter legitimieren sich zum einen als Vermittler ausländischer Wettangebote in Deutschland, zum anderen durch DDR-Lizenzen, die in der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik an private Anbieter vergeben wurden. Laut Einigungsvertrag sind diese Lizenzen auch im vereinigten Deutschland gültig. Ein Inhaber dieser Lizenzen ist das Unternehmen Betandwin, ein anderer die Deutsche Sportwettgesellschaft mbH mit ihrem Angebot Interwetten. Auch die Bluevest GmbH mit ihrem Wettportal Bluevest profitiert von einer alten DDR-Lizenz: der des Konzessionärs Bernd Hobinger.

Die privaten Anbieter bereichern das Wettangebot in Deutschland ohne Zweifel. Man kann auf eine Vielzahl von Sportarten wetten: neben Klassikern wie Fußball und Pferderennen gehören beispielsweise auch Wetten für Basketball und Baseball mitunter zum Angebot oder Wetten für Sportarten wie Pelota, Kricket, Surfen und für Hunderennen. Und manch ein Anbieter lässt sie auch während eines aktuell laufenden Fußballspiels noch wetten: beispielsweise darauf, welche Mannschaft den nächsten Eckball bekommt.

Besondere Varianten bieten so genannte Wettbörsen, bei denen Wettende auch miteinander wetten können. Eine private Börse wie Mybet.com erlaubt Ihnen sogar, Ihre Wettscheine wie Aktien zu handeln, auch während laufender Spiele. So können Sie versuchen, Wettscheine zu verkaufen, falls Sie nicht mehr an das gewettete Ergebnis glauben. Oder Sie kaufen Wettscheine, die ein anderer abstoßen möchte.

Aktuell zur Weltmeisterschaft hat die Verbraucherzentrale NRW einen Quotenvergleich bei Wetten für die Fußball Weltmeisterschaft 2006 als Stichprobe durchgeführt. Dabei wurden die folgenden zugelassenen Anbieter getestet: Oddset, Bwin, Interwetten, Sportwetten Gera und Digibet / wetten.de. Verglichen wurden die Gewinnquoten bei einem richtigen Tipp, wer 2006 Fußball Weltmeister wird. Interwetten gewann den Vergleich mit insgesamt 14 Spitzenquoten, gefolgt von Bwin.

Der staatliche Anbieter Oddset schnitt eindeutig schlechter ab. Das liegt allerdings auch daran, dass ein Teil der Wetteinnahmen nicht wieder als Gewinn ausgeschüttet werden, sondern gemeinnützigen Zwecken dienen. Ein Wetteinsatz bei Oddset dient demnach zugleich dem eigenen Vorteil und einer Unterstützung des Gemeinwohls. Für manch einen mag das der Grund sein, sich trotz geringerer Quoten für Oddset zu entscheiden.

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