Sportwetten online

Kleine Geschichte der Sportwetten

Pferderennen im alten England dienten ursprünglich nur dazu, die Leistung von Pferden beurteilen zu können. Später führten die Organisatoren Wetten auf den Ausgang der Rennen ein, die auch der Finanzierung der jeweiligen Sportereignisse dienten. England war höchstwahrscheinlich auch Geburtsort für das Wetten auf Fußballspiele. Die Wettleidenschaft war dort eigentlich schon immer recht groß.

Pferderennen existierten schon im alten Griechenland der Antike. Ulrike Näther von der Forschungsgruppe Glücksspiel der Universität Hohenheim schreibt in ihrer Dokumentation zu Sportwetten, dass sie dort zur 23. Olympiade im Jahr 676 vor Christus eingeführt wurden. Im 18. Jahrhundert kamen Pferderennen dann in England auf. Es dauerte nicht allzu lange, da wettete man dort auch auf den Ausgang dieser Pferderennen. In Deutschland wurde erstmalig im Jahre 1810 ein Galopprennen veranstaltet, das sich an den englischen Rennen orientierte.

Totalisatoren existieren seit dem Jahr 1865. Bei Wetten mit Totalisatoren wird die Wettquote nicht von einem Buchmacher festgelegt, vielmehr bestimmen die Wettenden durch ihre Einsätze selbst, welche Quoten bei Wetten entstehen. So wird beispielsweise bei einfachen Siegwetten im Pferdesport die Summe der eingezahlten Wettbeträge durch die Summe geteilt, die auf ein Ereignis gewettet wird. Wurden also insgesamt 10.000 Pfund bei einem Pferderennen von den Wettenden eingesetzt und wurden auf einen Sieg eines bestimmten Pferdes insgesamt 5.000 Pfund gesetzt, so beträgt die Quote: 10.000 geteilt durch 5.000 = 2.

Fußballwetten sind jünger als Wetten auf den Ausgang von Pferderennen. Geburtsjahr für die Fußballwette ist laut Ulrike Näther das Jahr 1921, Geburtsort war wiederum England. Fußball Toto in Deutschland entstand unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg. Mit den Einnahmen dieser Sportwetten sollte unter anderem der Sport in Deutschland nach dem Krieg mitfinanziert werden. Die Sportwetten wurden auch aus diesem Grund staatlich organisiert.

Bayern und Württemberg-Baden waren dabei die Vorreiter. Württemberg-Baden erließ als Grundlage das Gesetz über die Sportwette und gründete die Staatliche Sport-Toto GmbH Stuttgart. Der staatliche Anbieter Oddset existiert seit 1999 und setzt sich zum Ziel, “den Bürgern eine offene, sichere und seriöse Möglichkeit zu bieten, das “Spiel mit dem Glück” zu versuchen”.

Mit verstärktem Aufkommen des Internets und durch alte DDR-Lizenzen für Wettspielbetreiber begann spätestens nach der Wiedervereinigung Deutschlands eine Phase wachsender privater Konkurrenz für die staatlichen Wettanbieter. Seit dem Jahr 2000 existieren auch so genannte Wettbörsen, bei denen Wettende gegeneinander antreten können. Der Markt für Sportwettenden in Deutschland befindet sich zurzeit in einer Umbruchhase.

Private Wettanbieter drängen verstärkt auf diesen Markt und stützen sich dabei unter anderem auf das Recht der Europäischen Union. Doch noch immer gilt in der Bundesrepublik Deutschland offiziell ein Staatsmonopol bei Sportwetten. Das Bundesverfassungsgericht forderte in einem grundsätzlichen Urteil nun eine Veränderung des Marktes bis zum Ende des Jahres 2007. Spannende Frage ist dabei, ob das staatliche Monopol endgültig fallen wird oder modifiziert erhalten bleibt. Nun: Die Zeit wird es zeigen.

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